Leitmotiv der künstlerischen Arbeit Ines Doleschals ist seit vielen Jahren die städtische Architektur, deren Erscheinungsbild sie visuell aufnimmt, um sie in ihrem Atelier zu analysieren, zu dekonstruieren und künstlerisch neu zusammenzusetzen. Es entstehen, so scheint es, farbintensive, fantasievolle Bilder von kühnen utopischen Architekturen, die jedoch nichts anderes sind als abstrakte Malerei, die sich in der Alten Synagoge zusammen mit Collagen und Objekten zu einem neu erlebbaren Kunstraum zusammenfügt.
Ines Doleschal wurde 1972 in Waiblingen/Baden-Württemberg geboren; sie lebt und arbeitet in Berlin.

Ausstellungseröffnung mit Ines Doleschal am Sonntag, dem 15. April 2018, um 11.30 Uhr:


Fotos: Andreas Beaugrand

Rigoros verknappte Zeichen einer sehr strengen Formensprache geraten bei dem Bildhauer Werner Pokorny zu ganz konkreten Antworten auf existenzielle Fragen, beziehen Position zu Zivilisation und Kultur und genügen sich doch auch selbst in aller Vollendung als ästhetischer Sehanstoß.

Vor genau 30 Jahren schuf der Künstler die Skulptur Drei Häuser um Säule, die seit nun 27 Jahren im Oerlinghauser Stadtbild verankert ist. Von dort bis zu den aktuellen Arbeiten zieht die Ausstellung in der Alten Synagoge eine Spur konsequenter Formerfindungen in den bevorzugten Materialien Holz und Stahl.

Werner Pokorny wurde 1949 in Mosbach geboren und wirkte u.a. bis 2013 als Professor für allgemeine künstlerische Ausbildung, Schwerpunkt Bildhauerei, an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er lebt und arbeitet in Ettlingen.

Zur Eröffnungsrede: Gisela Burkamp über Werner Pokorny

Jürgen Traugott Hans Böttcher ist der bedeutendste Dokumentarfilmer der DDR und unter dem Künstlernamen Strawalde international bekannt. Böttcher wurde am 8. Juli 1931 in Frankenberg (Sachsen) geboren und wuchs in Strahwalde in der Oberlausitz auf. Von 1949 bis 1953 studierte er Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Von 1955 bis 1960 studierte Jürgen Böttcher Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam und arbeitete bis 1991 im Berliner DEFA-Dokumentarfilmstudio. Darüber hinaus arbeitete er konsequent als Maler und stellte seit 1975 als »Strawalde« in Ost und West aus. 1994 wurde er durch den französischen Präsidenten François Mitterrand mit dem Titel »Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres« für sein künstlerisches Gesamtwerk ausgezeichnet. In Deutschland erhielt Böttcher im Jahr 2001 das Bundesverdienstkreuz. 2006 wurde er während der Berlinale mit einer Kamera geehrt.
In der Alten Synagoge wird Strawalde eine »magische Exposition« ausrichten, zu der im Rahmenprogramm Beispiele seiner Dokumentarfilme gezeigt werden.

Gold und Silber, Licht und Schatten, Sonne und Mond,  Yin und Yang – man könnte diese Aufzählung bipolarer Wertigkeiten fortsetzen und trifft stets in den Objektbildern von Marek Radke auf ein bildnerisches Äquivalent an Entsprechungen. Sie haben eines gemein, sie offenbaren  in Farbe und Form sinnenhaft und haptisch die kreative Spannweite künstlerischer Formulierungen. Zugleich stellen sie den intellektuellen Anspruch nach einer zweiten Deutungsebene unter der von Farbspuren verdichteten Oberfläche. Einer der visuellen Auslöser für eine existentielle Sinnsuche ist Gold, Farbe und Materie zugleich, seit Jahrhunderten darauf verwandt, sakrale Inhalte anzuzeigen und als Mysterium in sich zu verschließen. In den neuen Arbeiten dieses Künstlers gerät es zu einem kraftvollen Instrument seiner unverwechselbaren Bildsprache.
Marek Radke wurde 1952 in Olsztyn / Polen, geboren und lebt heute in Bad Driburg. Viele Jahre hatte er sein Atelier in Oerlinghausen. Seine Bilder und Objekte sind in zahlreichen Ausstellungen in Europa und den USA gezeigt worden. 2008 erhielt er das Stipendium der New Yorker Pollock-Krasner Foundation.

Die Arbeiten des süddeutschen Malers und Zeichners Michel Meyer sind immer eine Gratwanderung zwischen Figur und Abstraktion, seine prägnanten Köpfe erlauben symbolhaft einen Blick hinter die Kulissen der menschlichen Psyche. Die Kunsthistorikerin Betha Maier-Kraushaar schreibt dazu: »Diese Bilder reißen den Betrachter aus seiner Geborgenheit, provozieren ihn höflich und laden ihn ein, sich für Ungewohntes, für Veränderungen zu öffnen: Eine Augendusche, die einen wieder das Staunen lehren kann. Michel Meyers Bilder machen aufmerksam, wach und empfindlich für die Stimmen der Zeit.« und Dr. Martin Stather (Mannheimer Kunstverein) sei folgendermaßen zitiert: »Seine Malerei eröffnet uns eine Nebenwelt, die nur eine Handbreit neben der unseren existiert und manches Mal unmerklich Überlappungszonen ausbildet. Mal karikaturhaft verzogen, dann wieder mit wunderbar leiser Poesie kommt sie daher und ist oft von lapidarer Prägnanz, die den Nagel auf den Kopf trifft«.