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Ein digitales Kunstprojekt von Kati Lübeck

Im Gespräch mit

Prof. Dr. Andreas Beaugrand

Datum
Künstler*in
Kamera und Schnitt

Warnhinweis

Manche Personen reagie­ren mit epi­lep­ti­schen Anfällen oder Bewusstlosigkeit auf schnell­lau­fen­de Bilder und blin­ken­de Lichter, wie sie in die­sem Video vor­kom­men. Solche Reaktionen kön­nen selbst dann erfol­gen, wenn bis­her kei­ne der­ar­ti­ge Anfälligkeit fest­ge­stellt wur­de.

Kati Lübeck, 1999 gebo­ren in Dortmund, ist seit 2018 Studentin des Kommunikationsdesigns am Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld. Seit Beginn ihres Studiums belegt sich auch regel­mä­ßig Seminare in der Studienrichtung Digital Media and Experiment. Sie ist seit 2019 selbst­stän­dig tätig und war u.a. an der Ausstellung Real Time (2019) und an der Modenschau der FH Bielefeld (2020) sowie an einem Projekt des Kunstvereins Bielefeld (2020) betei­ligt. Ihre Schwerpunkte sind digi­ta­le Visualisierungen, die oft mit einer spie­le­ri­schen Interaktion ein­her­ge­hen: der Interaktion von Bild und Sound an der Schnittstelle zwi­schen der ana­lo­gen und digi­ta­len Welt.

Dieses Werk ist eine audio­vi­su­el­le Darstellung des Musikstückes Scharlachrot von NXMERCY. Die Visuals wur­den ana­log erstellt. Die Reaktion diver­ser Flüssigkeiten in einer Petrischale wur­den mit einer Makrokamera gefilmt. Da jeder Sound des Tracks visu­ell abge­bil­det wur­de, war der Schnitt sehr auf­wen­dig. Der typi­sche Aufbau eines Technostückes (repe­ti­tiv, geglie­dert, gro­ße Geräuschkulisse) wech­selt zwi­schen 16/32/64 Takten. Die audi­tive Veränderung folgt die­sem Rhythmus.

Die Farbpalette ist sehr mini­ma­lis­tisch (schwarz, weiß, rot und grün). Der Fokus liegt vor­wie­gend auf den Texturen. Die kon­trast­stärks­ten Farben Schwarz und Weiß tre­ten durch Inversion noch deut­li­cher her­vor und per­fek­tio­nie­ren die Visualisierung ener­ge­ti­scher Musik. Der dezen­te Einsatz von Grün bei Inversion von Rot ver­mit­telt dem Auge des Betrachters einen beson­de­ren Eindruck. Die Farbe Rot hat eine sym­bo­li­sche Form erhal­ten: Gefahr, Feuer, Blut – pas­send zur dys­to­pi­schen Stimmung des Stücks, trotz der Abstraktheit des Genres.

Das Musikvideo wur­de in die Alte Synagoge des Kunstvereins Oerlinghausen gemappt und somit zu einer digi­ta­len Ausstellung. Damit brö­ckelt die Mauer zwi­schen Analogem und Digitalem –genau wie die Liquide, die ana­log zusam­men­ge­ge­ben, digi­tal auf­ge­zeich­net, bear­bei­tet, dann in den ana­lo­gen Raum zurück­ge­bracht wor­den und letzt­lich doch nur über Bildschirme zu sehen sind. Jedoch kann man die­sen digi­ta­len Raum deh­nen und mit ihm expe­ri­men­tie­ren und viel­leicht sogar Vorteile ent­de­cken, die die Welt mit einer ande­ren Perspektive zeigt.

Eines ver­spricht Kati Ihnen: Sie waren noch nie so fas­zi­niert von Spülmittel und Milch.