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Erstes Kunstgespräch mit Sven Henric Olde

Im Gespräch mit

Prof. Dr. Andreas Beaugrand

Datum
Künstler*in
Kamera und Schnitt

Sven Henric Olde, 1989 gebo­ren, lebt heu­te als frei­schaf­fen­der Künstler in Hamm und Köln. Bis Sommer 2007 hat er am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld Grafik und Kommunikationsdesign stu­diert und sein Studium mit einem aus­ge­zeich­ne­ten Bachelor und Master of Arts ver­las­sen – aus­ge­zeich­net des­halb, weil er inter­dis­zi­pli­när und mit gro­ßem künst­le­risch-kul­tu­rel­len und lite­ra­ri­schen Interesse stu­diert hat. Hier hat er sich gestal­te­risch wie theo­re­tisch von Anfang an mit für ihn exis­ten­zi­el­len Themen aus­ein­an­der­ge­setzt und sich mit gro­ßem Engagement und in beein­dru­cken­der Selbstständigkeit auf den Weg gemacht, sei­ne Leidenschaft für die Kunst (Passione per l’arte, Sandro Chias Plastik am Rathaus der Stadt Bielefeld) in die Theorie und Praxis der gra­fi­schen Gestaltung zu inte­grie­ren – ange­fan­gen mit unor­tho­do­xen Menschenstudien über sur­rea­lis­tisch anmu­ten­de Momentaufnahmen auf Reisen bis hin zu künst­le­risch-nar­ra­ti­ven Bild(er)geschichten, die tage­buch­ar­tig die Insbildsetzung von Leben und Welt in die Kunst zei­gen. Hier nähert sich Sven Henric Olde dem Thema wie ein Poet, der im Gegensatz zum Analytiker viel mehr und wei­ter­ge­hend in den Gegenständen, ding­li­chen Zeugnissen und Phänomenen sieht, als das nach den Regeln der Vernunft eigent­lich mög­lich ist.
So ver­wun­dert es nicht, dass sich Sven Henric Olde seit dem Ende sei­ner Schulzeit immer wie­der aufs Neue künst­le­risch enga­giert und sei­ne Arbeitsergebnisse nicht nur kon­se­quent an ver­schie­de­nen Orten aus­ge­stellt hat, son­dern auch immer wie­der als Vermittler von künst­le­ri­schen Ideen und Gedanken in Erscheinung getre­ten ist, schon früh etwa als Leiter der Kunst-AG am St. Michael Gymnasium in Ahlen, als Tutor in der Studienrichtung Grafik und Kommunikationsdesign, als wis­sen­schaft­li­che Hilfskraft der Druckwerkstatt für Hoch- und Tiefdruck am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld sowie aktu­ell als Kunstdozent und künst­le­ri­scher Leiter des Kunstvereins Ahlen e.V.

Durch sei­ne zahl­rei­chen Reisen und sei­ne Auslandsaufenthalte, wäh­rend der Sven Henric Olde viel­fäl­ti­ge neue Impulse für sei­ne künst­le­ri­schen Arbeiten und Projekte erhielt, kam er durch sei­ne men­schen­freund­li­che Art in Kontakt zu vie­len Künstlerinnen und Künstlern, sodass ihm immer deut­li­cher klar­ge­wor­den ist, dass sei­ne Kunst und sein Leben unab­ding­bar zusam­men­ge­hö­ren.
Das begann um 2015, als er sich mit dem Thema sei­ner Masterarbeit aus­ein­an­der­zu­set­zen begann: mit dem Thema Sehnsucht. Reisen und Ruhen. Die Ziellosigkeit als Prinzip und das nar­ra­ti­ve Kunstbuch „In der Ferne die Möwen“.
Durch die Geschichte im Kunstbuch erweist sich Sven Henric Olde als lite­ra­ri­scher Autor, wenn nicht sogar als poe­ti­scher Schriftsteller. Mit beein­dru­cken­der Phantasie beschreibt er den exis­ten­zia­lis­ti­schen Weg sei­nes Protagonisten von einem belas­ten­den Alltag durch das Chaos der Zeitläufte und des Lebens auf einem sur­re­al anmu­ten­den Weg zu einem eben­so über­rea­len Ziel, das in die­sem Fall das Meer, die flie­gen­den Möwen, die Ferne sind …. Ob das erhoff­te Ziel erreicht wor­den ist und die Geschichte einen guten Ausgang fin­det, bleibt offen, und die Fragen danach und nach ihren Hintergründen beschäf­ti­gen den Leser nach­hal­tig.
Auf der Basis die­ser Geschichte, die als Kunstedition auf Anfrage erhält­lich ist, und sei­ner Kunst hat Sven Henric Olde dann ein im wahrs­ten Wortsinne gro­ßes Kunstbuch ent­wi­ckelt, in dem sei­ne phan­tas­ti­sche Geschichte in einer beein­dru­cken­den Verbindung von inno­va­ti­ver Schriftgestaltung, Spannung erzeu­gen­der Bildauswahl und einer kon­tra­punkt­ar­ti­gen Kombination von Bild- und Textausschnitten visu­ell ver­an­schau­licht wird.
Mit die­ser Methodik, in die­sem Stil arbei­tet Sven Henric Olde bis heu­te – in sei­nen Bildern und Zeichnungen und sei­nen „Onelinern“, von denen eine Version vor dem Kunstgespräch in der Alten Synagoge des Kunstvereins ent­stan­den ist.