Heimstatt des Kunstvereins Oerlinghausen ist die ehemalige Synagoge am Tönsberg. Durch die Veräußerung etwa ein Vierteljahr vor den Novemberpogromen 1938 entging das Gebäude der Zerstörung durch die Nationalsozialisten. Im Sommer 2018 wird sich der Notverkauf der Synagoge zum 80. Mal jähren. Aus diesem Anlass wird der Bielefelder Künstler Franjo Tholen den Ort hinsichtlich seiner Wirkung und Umgebung mit einfachen Mitteln refl ektieren und punktuell weitere übergreifende wie subjektive Bezüge knüpfen.

Ob ehemaliges Gottes- oder aktuelles Kunsthaus, die beschauliche Stätte mit ihrer besonderen Ausstrahlung repräsentiert durchaus all jene sozialen Räume und Konstruktionen, die vornehmlich von Gleichgesinnten zu erbaulichen Begegnungen und Beglaubigungen aufgesucht werden. Die Ausstattungen derartiger Unterkünfte und gewohnter Übereinkünfte wirken wie Echoräume. Deren Resonanzen verführen dazu, in diesen Bauten hausen zu wollen, so oder so.