Adrian Sauer
Wand und Boden
In der Alten Synagoge zeigt Adrian Sauer neue Arbeiten. Diese gehen der Frage nach: Was ist ein Bild, eine Fotografie und wie äußert sich darin das Verhältnis zwischen Schein und Sein, Wahrheit und Wirklichkeit? Falk Haberkorn, Künstler und Studienfreund von Adrian Sauer, nannte dessen Arbeiten „Attrappen von Attrappen: doppelte Fallen“, aus denen man sich zwar leicht befreien kann, „wenn man erkannt hat, dass das, was wie ein Foto aussieht, keines ist – aber man bleibt gefangen in der Frage, wie es kam, dass man überhaupt in die Falle ging. … Diese Frage wird den Ertappten nicht mehr loslassen, denn sie setzt gerade dort an, wo technische Bilder sich am bedecktesten halten: an der Unscheinbarkeit ihres Scheins, die zur Illusion verführt, man hätte mit dem Sehen schon verstanden.“ Was zweifelsfrei falsch ist, wie Adrian Sauers ‚Denkbilder‘ über Wand und Boden deutlich machen. Sicher ist tatsächlich nichts, wir können lediglich wissen, dass wir nichts wissen.
Adrian Sauer, 1976 in Berlin geboren, beendete sein Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig 2005 mit dem Meisterschülerabschluss bei Prof. Timm Rautert. Inzwischen ist er Professor an der Hochschule Bielefeld für das Lehrgebiet Fotografie und generative Bildsysteme. 2023 erhielt er den Spectrum internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen.