• Beate Haupt: Begegnung mit Moses

    Für ihre Ausstellung in der Alten Synagoge erarbeitete die in Braunschweig lebende und arbeitende Künstlerin Beate Haupt, 1966 in Wolfenbüttel geboren, die Werkreihe Begegnung mit Moses. Sie entwickelte sich aus einem Bild, das sie über Jahre im Kopf hatte und das beim Schwimmen im Mittelmeer entstanden war: Ein junger Mann mit langen Haaren stand im Wasser. Ein leichter Brustansatz verwischte die deutliche Zuordnung zum Geschlecht. Ein moderner Mann und doch wie aus einem alten Gemälde, gleißend eingehüllt von einem fahlen Hellviolett des Wassers. Diesen Mann will sie zeigen, einen Moses der heutigen Zeit, stark und schwach zugleich, mit dem Wasser kämpfend, sich verängstigt umschauend, stolz in die Fluten schreitend, das Wasser wegpustend, schwimmend, treibend. Beate Haupt gibt der biblischen Erzählung vom Zerteilen des Wassers und des Hindurchschreitens bewusst keinen Raum. Sie möchte eine alltägliche Geschichte zeigen – so, wie sie heute stattfindet, auf der ganzen Welt.

  • Daniel Wagenblast: Mensch und Raum

    Daniel Wagenblast, 1963 in Schwäbisch Gmünd geboren, ist ein Meister im Umgang mit Holz. Sein Thema ist seit seinem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart der Mensch in seiner Beziehung zur Welt – seien es Pistolen, Tiere, die Weltkugel, ein Auto oder eine Kirche, ein Panzer, ein Haus, ein Mann oder eine Frau. All diese Akteure in Wagenblasts Skulpturen erzählen Geschichten von Größenverschiebungen und wundersamen Beziehungen zwischen der Welt und den Menschen und ihren Dingen: der Mensch als ein Suchender, ein Ausschauhaltender, ein Träumer am Abgrund oder einer, der als Held die Welt erobert. Eine komplexe Welt, ein ganzer Kosmos wird mit einfachen Mitteln geschaffen. Seine Figuren sind eher prototypisch und, nicht ungewöhnlich, an der Figur des Künstlers orientiert. Die bewusst belassene Rauheit der Oberfläche nimmt viel von einem etwa illusionistischen Eindruck weg – es ist eben die Wirklichkeit des Künstlers, die uns in den Arbeiten begegnet, die im Abstand zu der von uns wahrgenommenen Wirklichkeit sogleich zur Wahrheit wird.